Gerhard von Keußler

„Er lehrt wie er lebt, spricht wie er handelt und schafft, was in ihm wirkt und seines Wesens letzte Konsequenz ist“, so äußerte sich der Komponist Hans Ferdinand Schaub über seinen damals fünfzig Jahre alten Kollegen Gerhard von Keußler (1874–1949). Keußler studierte seit 1900 am Leipziger Konservatorium, u.a Komposition bei Carl Reinicke, Violoncello bei Julius Klengel und Kontrapunkt bei Salomon Jadassohn. Von 1906 bis 1918 wirkte Gerhard von Keußler als Dirigent des Deutschen Singvereins und des Evangelischen Gesangvereins in Prag, wo er auch Vorlesungen zu Musikgeschichte und -ästhetik hielt. Eine ähnliche Stelle bekleidete der Musiker auch in Hamburg, wo er von 1918 bis 1922 zunächst als Dirigent der Sing-Akademie und der Philharmonischen Konzerte wirkte, ab 1920 zusätzlich auch als Chefdirigent der Philharmonischen Konzertgesellschaft. Zwischen 1922 und 1932 weilte von Keußler in Stuttgart, allerdings nicht an ein festes Engagement gebunden. In dieser Zeit engagierte er sich auch für die soziale Absicherung von Künstlern.

Wohl nicht zuletzt aufgrund der andauernden finanziellen Unsicherheit unternahm er eine lange Reise in einen fremden Kontinent. Am 18. Mai 1932 betrat der deutsche Musiker australischen Boden, gerade inmitten einer Wirtschaftskrise im Lande. Nichtdestotrotz führten seine Bemühungen als Dirigent, klassische Werke, darunter auch solche von Beethoven und Mozart, aufzuführen, zu großem Erfolg. Ein Arbeitsverhältnis bei der katholischen Kirche schloss sich an, das allerdings auf Wunsch des Komponisten nach Ablauf des ersten Jahres nicht verlängert wurde.

Im Herbst 1935 kehrte er nach Deutschland zurück; er weigerte sich, der Reichsschriftumkammer beizutreten. Trotzdem konnte er (dank seiner Freundschaft mit Peter Raabe)  an der Preußischen Akademie der Künste eine Meisterklasse für Komposition  übernehmen, die er bis 1945 leitete. 1939 löst Keußler die 1926 in Prag und in Stuttgart gegründete “Gerhard von Keußler–Gesellschaft” zur Förderung seines Schaffens auf, als von ihm gefordert wurde, jüdische Mitglieder auszuschließen. Keußler wurde daraufhin aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen, was ein Aufführungsverbot seiner Werke bedeutete.

Seit Mitte Mai 1941 lebte Gerhard von Keußler zurückgezogen bei seiner Schwester in einer Villa direkt am Elbufer in Niederwartha bei Dresden, wo er am 21. August 1949 starb.

Im Laurentius-Musikverlag erschienen:

 

Die Burg. Eine vaterländische Tondichtung für Knabenchor, eine Altstimme und Orchester. Erstausgabe, im Auftrag des Sudetendeutschen Musikinstituts (Träger: Bezirk Oberpfalz) herausgegeben von Denis Lomtev (Gerhard von Keußler: Ausgewählte Werke, Band 3).

LMV 312. Partitur. 49,00 €. LMV 312-01 Aufführungsmaterial leihweise.

 

Juninacht am Meer. Ein symphonisches Gedicht für Orchester. Erstausgabe, im Auftrag des Sudetendeutschen Musikinstituts (Träger: Bezirk Oberpfalz) herausgegeben von Denis Lomtev (Gerhard von Keußler: Ausgewählte Werke, Band 1).

LMV 310. Partitur. 27,00 €. LMV 310-01 Aufführungsmaterial leihweise.

 

Morgenländische Phantasie für Orchester. Erstausgabe, im Auftrag des Sudetendeutschen Musikinstituts (Träger: Bezirk Oberpfalz) herausgegeben von Denis Lomtev (Gerhard von Keußler: Ausgewählte Werke, Band 4).

LMV 313. Partitur. 42,00 €. LMV 313-01 Aufführungsmaterial leihweise.

 

Praeludium solemne für Orchester (1934). Erstausgabe, im Auftrag des Sudetendeutschen Musikinstituts (Träger: Bezirk Oberpfalz) herausgegeben von Denis Lomtev (Gerhard von Keußler: Ausgewählte Werke, Band 2).

LMV 311. Partitur. 29,00 €. LMV 311-01 Aufführungsmaterial leihweise.

 

 

Gerhard von Keußler: Ausgewählte Werke
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