Dresdner Hofkirchenmusik des 18. Jahrhunderts

Im Jahre 1697 konvertierte Augusts des Starken zum Katholizismus: Dies war Voraussetzung für seine Wahl zum polnischen König. 1708 wurde das umgebaute alte Opernhaus am Taschenberg als Hofkirche eingeweiht, in dem nun regelmäßig katholische Hofgottesdienste in Dresden gefeiert wurden. In Anwesenheit des Königs war die Hofkapelle für die Kirchenmusik verantwortlich, während an den übrigen Sonn- und Feiertagen ein eigenes kleines Ensemble musizierte. Zwischen 1717 und 1720 übernahm an Festtagen und zu besonderen Gelegenheiten eine italienische Operntruppe unter der Leitung von Antonio Lotti (um 1667–1740) den Kirchendienst. Nach deren Entlassung zu Ostern 1720 waren der Kapellmeister Johann David Heinichen (1683–1729) sowie Jan Dismas Zelenka (1679–1745) und Giovanni Alberto Ristori (1692–1753) damit betraut, ein Repertoire katholischer Kirchenmusik für die Hofkapelle zu schaffen und aufzuführen. Neben eigenen Werken griffen sie dabei auf Kompositionen italienischer, böhmischer und Wiener Provenienz zurück. Mit dem Dienstantritt des neuen Kapellmeisters Johann Adolf Hasse (1699–1783) im Februar 1734 änderte sich die bisherige Ordnung in wichtigen Details: Das Hofkirchenensemble war schon 1733 auf sechs Knaben reduziert worden und seit dieser Zeit gehörte die Musik für alle Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres zu den Aufgaben der Hofkapelle. An die Stelle der Kirchen-Compositeurs Zelenka und Ristori traten später Johann Michael Breunich (1699–1755) und Johann Georg Schürer (um 1720–1786). 1751 wurde die von Chiaveri erbaute neue Katholische Hofkirche eingeweiht.

Die Serie Dresdner Hofkirchenmusik des 18. Jahrhunderts im Laurentius-Musikverlag umfasst Werke der Dresdner Hofkapellmeister Johann Adolf Hasse und Johann Gottlieb Naumann, aber auch Werke fremder Provenienz, die in der Dresdner Hofkirche aufgeführt wurden: von Baldassare Galuppi, Antonio Caldara und Johann Anton Reichenauer.

Besondere Beachtung verdient das Requiem Es-Dur von Hasse, das seit seiner ersten Wiederaufführung 1999 in Hamburg bereits häufig aufgeführt wurde und mit dem Dresdner Kammerchor unter Hans-Christoph Rademann auf CD eingespielt wurde.



Dresdner Hofkirchenmusik des 18. Jahrhunderts
Dresdner Hofkirchenmusik 2013-04-18.pdf
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Johann Adolf Hasse: Requiem Es-Dur
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Caldaras "Tenebrae factae sunt" auf CD der Vokalakademie Berlin eingespielt

Die Vokalakademie Berlin hat im Februar 2016 eine CD mit Vokalmusik Antonio Caldaras aufgenommen, die nun im Handel erhältlich ist. Die CD-Produktion bei dem Label Rondeau erfolgt in Cooperation mit Deutschlandradio Kultur. Auf der CD ist auch das Karwochen-Responsorium "Tenebrae factae funt" für Chor (SATB) mit Soli (SAT) enthalten, das im Laurentius-Musikverlag erschienen ist. Eine Rezension finden Sie hier, eine Bestellmöglichkeit unter diesem Link).

 

Die Vokalakademie Berlin ist aus einem Festivalchor der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik entstanden und wird von Frank Markowitsch geleitet. Die Vokalakademie Berlin arbeitet mit Orchestern wie der Akademie für Alten Musik Berlin und Le Cercle de l'Harmonie zusammen und tritt europaweit bei Festivals und Konzerten in Erscheinung (weitere Informationen über das Ensemble finden Sie hier).

 

Antonio Caldara: Tenebrae factae sunt. Karwochen-Responsorium für Chor (SATB) und Soli (SAT), Erstausgabe, herausgegeben von Wolfram Hader (Dresdner Hofkirchenmusik des 18. Jahrhunderts, Bd. 7).

LMV 023. Partitur. 15,00 €. LMV 023-01. Chorpartitur. 3,00 €.