Hermann Durra

Hermann Durra wurde am 17. Juni 1871 als Kind eines schlesischen Vaters in New York geboren, wo dieser als Vertreter einer optischen Firma tätig war. Seine Mutter ist nicht bekannt. In seinem fünften Lebensjahr kehrte der Vater mit ihm nach Deutschland zurück. Ersten geregelten Musikunterricht erhielt Durra in Breslau bei Emil Bohn in Theorie, bei Konzertmeister Richard Himmelstoß auf der Geige und beim Domorganisten Moritz Brosig am Klavier. Ein Stipendium ermöglichte ihm ab 1891 ein Studium an der Musikhochschule Leipzig hauptsächlich bei Salomon Jadassohn (Komposition), Christian Törsleff (Gesang) und Richard Hofmann (Instrumentation). Nach einem Jahr als Theaterkapellmeister in Bad Elster unterrichtete er Gesang. 1901 ging er nach Berlin, wo er auch als Musikkritiker u.a. für die Neue Zeitschrift für Musik bzw. als Theorie- und Gesanglehrer tätig war. Er schrieb zwei Opern: Wodans letzter Kämpe nach einem Text von Wichmann und Frühlingsreigen nach Eberhard König. Nach Kriegsbeginn 1914 wurde er bald Soldat; in der letzten Zeit musste er dann einen Soldatenchor leiten. Im November 1918 kam er zurück. 1933 erhielt er Berufsverbot bis zur Klärung seiner Herkunft. Er lebte in Berlin und seit Januar 1943 ganz auf seinem Besitz im schlesischen Isergebirge. Im Juni 1945 wurde er von den Polen vertrieben, dann zwei Monate später von den Russen und endgültig im Juli 1946. Durra starb am 9. September 1954 in Lenthe bei Hannover. Durras umfangreiches Werk umfasste zwei Opern, Lieder, Chöre, eine Sinfonietta, Kammer- und Klaviermusik. „Sein Stil ist ganz der Romantik verpflichtet, aber seine Musik, die sich oft ganz ,wie ein Naturlaut‘ gibt, zeugt von einem starken formalen Bewußtsein und ist bis in die kleinsten Verästelungen motivisch durchstrukturiert“ (Thomas Stolle). Vieles wurde gedruckt. Aber Durra wurde dreimal vertrieben, seine Verleger wurden ausgebombt, die in einem Tresor in Berlin aufbewahrten Werke wurden verschleppt und sind verschollen. Was von seinem Nachlass überlebt hatte, gelangte 1966 durch seine Witwe Gertraudt Durra (1886–1974) in das Musikarchiv der KünstlerGilde e.V.(als Depositum am Sudetendeutschen Musikinstitut, Träger: Bezirk Oberpfalz) in Regensburg.

Im Laurentius-Musikverlag erschienen:

 

Hermann Durra: Sieben Lieder nach verschiedenen Dichtern für Sopran und Klavier. Erstausgabe, herausgegeben im Auftrag des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg (Träger: Bezirk Oberpfalz) von Thomas Emmerig („Musik aus dem Archiv“. Erstausgaben aus dem Musikarchiv der KünstlerGilde e.V. in Regensburg, Band 8).

LMV 247. Partitur. 22,00 €