Jiddische Lieder für gemischten Chor von Viktor Ullmann

Viktor Ullmann, 1898 in Teschen geboren, war einer der bedeutendsten Persönlichkeiten im Musikleben der ersten tschechoslowakischen Republik. Nach dem Studium bei Arnold Schönberg in Wien wirkte Ullmann u.a. mehrere Jahre als Kapellmeister am Neuen Deutschen Theater in Prag, das von Alexander Zemlinksy geleitet wurde. In den 20er und 30er-Jahre feierte Ullmann mit seinen Kompostionen auch international große Erfolge. Am 8. September 1942 wurde Ullmann nach Theresienstadt deportiert. Dort organisierte er das Musikleben, schrieb Musikkritiken und komponierte fieberhaft. Er schrieb hier u.a. drei Klaviersonaten, ein Streichquartett und die allegorische Widerstandsoper "Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung" nach einem Text von Peter Kien, die aber wegen ihrer offensichtlich gegen den Krieg und Nazismus gerichteten Botschaft in Theresienstadt nicht aufgeführt werden durfte. Am 16. Oktober 1944 wurde Ullmann nach Auschwitz deportiert und wenige Tage später ermordet. In Theresienstadt schrieb Ullmann auch eine ganze Reihe von Liedern und Chören auf hebräische und jiddische Texte. Sechs dieser Sätze nach jiddischen Liedern, die Ullmann ursprünglich für Frauen- bzw. Männerchor komponiert hatte, erscheinen nun erstmals in einer Bearbeitung für gemischten Chor von Wolfram Hader.

Viktor Ullmann: Sechs jiddische Lieder (1943) für gemischten Chor a cappella bearbeitet von Wolfram Hader.

LMV 250. Partitur. 14,00 €. LMV 250-01. Chorpartitur. 7,00 €.