Oskar Sigmund

Oskar Sigmund, 1919 in Karlsbad geboren, bekam seine erste musikalische Ausbildung vom Vater; in Mährisch Schönberg erhielt er Klavier-, Orgel- und Theorieunterricht beim Städtischen Musikdirektor Erich Metze; später wechselte er zu Eduard von Chiari. Nach dem Abitur 1937 studierte er bei Vilem Kurz an der Musikhochschule Prag in dessen Meisterklasse und gleichzeitig an der dortigen Karls-Universität Musikwissenschaft bei Gustav Becking sowie Deutsche Volkskunde. 1942 promovierte Sigmund zum Dr. phil. mit der Dissertation Mozart 1782/83 und Philipp Emanuel Bach, in der er Bachs Einfluss auf Mozart als Komponist nachwies. Nach der Promotion war Sigmund drei Monate lang bei Breitkopf & Härtel als Archivar tätig; im Oktober 1942 musste er zur Wehrmacht einrücken. Nach schwerer Verwundung erlebte er das Kriegsende im Reservelazarett Fürstenzell. 1945 stellte Sigmund sich bei Ferdinand Haberl an der Kirchenmusikschule Regensburg (heute Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik) vor, der ihm spontan eine Dozentenstelle anbot. Sigmund blieb dort als Dozent für Klavier und Methodik des Klavierspiels, ab 1954 auch für Harmonielehre, Kontrapunkt, Formenlehre und Instrumentationslehre. Schon 1946 hatte Sigmund eine pianistische Konzerttätigkeit als Solist und als Liedbegleiter begonnen. Seit 1949 entstanden Kompositionen. 1965 wurde er mit dem „Förderpreis“ des Sudetendeutschen Kulturpreises für Musik und dem Kulturpreis Ostbayern ausgezeichnet. Als die Kirchenmusikschule 1973 zur Fachakademie erhoben wurde, wurde er zum Stellvertretenden Direktor ernannt. 1977–1995 war er Vorstandsmitglied des Adalbert-Stifter-Vereins. 1979 wurde er als Gründungsmitglied in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste in München berufen. 1983 trat Sigmund in den Ruhestand. 1991 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Sigmund erblindete im Jahr 2000 fast, ließ sich dadurch aber nicht davon abhalten, sein kompositorisches Werk bis 2007 fortzuführen. Am 16. April 2008 ist er in Regensburg verstorben.

Werke von Oskar Sigmund im Laurentius-Musikverlag:

 

Oskar Sigmund: Menschenworte. Elf Aphorismen von Ernst R. Hauschka für Bass und Klavier (1984). Erstausgabe, herausgegeben von Thomas Emmerig (Musica Practica. Editionen des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg [Träger: Bezirk Oberpfalz], Band 4).

LMV 237. 20,00 €.

 

Oskar Sigmund: Sonatine für Klavier (1963). Erstausgabe, herausgegeben von Thomas Emmerig (Musica Practica. Editionen des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg [Träger: Bezirk Oberpfalz], Band 3).

LMV 236. 22,00 €.

 

Oskar Sigmund: Vier kleine Praeludien und Fugen für Orgel (2000). Erstausgabe, herausgegeben von Thomas Emmerig (Musica Practica. Editionen des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg [Träger: Bezirk Oberpfalz], Band 1).

LMV 234. 29,00 €.

 

Oskar Sigmund: 5. Toccata und Fuge für Orgel (1988). Erstausgabe, herausgegeben von Thomas Emmerig (Musica Practica. Editionen des Sudetendeutschen Musikinstituts in Regensburg [Träger: Bezirk Oberpfalz], Band 2).

LMV 235. 24,00 €.