Gertrude Brückner

Gertrude Brückner wurde am 2. August 1890 in Bad Salzbrunn / Schlesien (heute Szczawno-Zdrój / Polen) geboren. Sie studierte an der Akademie der Künste in Berlin in der Meisterklasse von Georg Schumann (1866–1952). Ab März 1922 bis mindestens September 1938 lebte Gertrude Brückner in München. Etwa seit 1936 gehörte Gertrude Brückner der GEDOK an, der Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen, in deren Konzerten sie zu den häufiger aufgeführten Komponistinnen zählte. Als wertvoll bezeichnete sie Gespräche über ihre Kompositionen mit Siegmund von Hausegger (1872–1948), Edwin Fischer (1886–1960) und Wilhelm Furtwängler (1886–1954), „die meinen Werken sehr wohlwollend gegenüberstanden“. Ab ca. Herbst 1938 lebte Gertrude Brückner zunächst in Lindenburg und später in Bad Salzbrunn. Im November 1944 kehrte sie nach München zurück, wo sie bis zu ihrem Tod am 2. Februar 1977 lebte. In München fing sie nach der Vertreibung aus Schlesien 1945, bei der sie u.a. „alles an Werken“ verlor, kompositorisch und pädagogisch von neuem an. Hermann von Waltershausen schrieb 1948 über sie: „Frau Gertrude Brückner [...] hat in den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg längere Zeit unter meiner Beratung als Komponistin gearbeitet; im besonderen hat sie hierbei ergänzende Studien in der grossen symphonischen Form und in der Instrumentation bei mir betrieben. Ich konnte mich hierbei gründlich von ihrem Können überzeugen, [...]. Frau Brückner ist auch eine vorzügliche Pianistin; [...]. Ich kann [...] bestätigen, dass sie meines Erachtens durchaus befähigt ist, privaten Unterricht auf dem gesamten Gebiete der musikalischen Theorie zu erteilen, um so mehr, als sie von früher her hierin auch schon Unterrichtspraxis besitzt.“ Abschließend fügte er hinzu: „Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass ich Frau Brückner als eine charakterfeste Persönlichkeit kennengelernt habe, die stets unter den schwierigsten materiellen Verhältnissen sich das Ideal ihrer künstlerischen Gesinnung mit grossem Idealismus rein bewahrt hat.“

Der Umfang von Getrude Brückners kompositorischen Werks ist nicht bekannt, das Gesamtwerk bis 1945, zu dem u.a. zwei Sinfonien und ein Klavierkonzert gehörten, gilt als verloren, nichts wurde gedruckt. Nach 1945 schrieb sie überwiegend Vokalmusik, Chorwerke und Liederzyklen mit Klavier, außerdem Kammermusik und Klavierwerke. Ihr kompositorischer Nachlass ist heute (Juni 2014) verschollen, nur drei Werke liegen tatsächlich in Noten vor: die Sonate für Violoncello und Klavier (vor 1955), ein Trio für Flöte, Violoncello und Klavier (1963) und eine Tarantella für Klavier (1970).

Im Laurentius-Musikverlag erschienen:

 

Getrude Brückner: Präludium für Klavier (ca. 1970). Faksimile und Erstausgabe, herausgegeben für die Heinrich-Simbriger-Stiftung von Thomas Emmerig („Musik aus dem Archiv“. Erstausgaben aus dem Musikarchiv der KünstlerGilde e.V. in Regensburg, Band 13).

LMV 260. 15,00 €.

 

Getrude Brückner: Sonate für Violoncello und Klavier. Erstausgabe, herausgegeben von Thomas Emmerig.  ("Musik aus dem Archiv". Erstausgaben aus dem Musikarchiv der KünstlerGilde e.V. in Regensburg, Band 2).

LMV 238. 29,00 €.

 

Getrude Brückner: Tarantella für Klavier (1970). Erstausgabe, herausgegeben für die Heinrich-Simbriger-Stiftung von Thomas Emmerig („Musik aus dem Archiv“. Erstausgaben aus dem Musikarchiv der KünstlerGilde e.V. in Regensburg, Band 6).

LMV 245. 15,00 €.